532 Nur Der HSV... ist stinksauer

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  • Der aktuelle Blick auf die Lage beim Hamburger SV Was für eine Achterbahnfahrt! Dem Derbysieg folgte vor eigenem Publikum dieser peinliche Auftritt gegen Darmstadt 98, das schlechteste Auswärtsteam der Liga. Das lieferte Hoobs und Sascha genug Redebedarf für eine weitere Podcastfolge - und sie haben sich Verstärkung geholt: Daniel Jovanov. Heimstadion & Forum: http://www.nurderhsv-podcast.de Twitter: @NurDerHSVPod



  • Sehr interessante Runde bisher. Meine Frage an Hoobs und rebiger :

    Habt ihr auch Lust hier zu diskutieren? Wollt ihr Daniel vielleicht fragen, ob er nicht auch hier mit diskutieren möchte? Zumindest zu diesem Podcast?

    Finde seine Aussagen interessant und viele gute Ansätze und würde gerne drüber diskutieren.

    Vorstand ist nur ein Titel. Ich bin hier mit meiner privaten und eigenen Meinung unterwegs.

  • Unabhängig von uns kann Daniel sich jederzeit hier anmelden - und sei es, weil Du ihm den Tipp gibst. :-)

    Passend zur Sendung würde ich sagen, war Deine Antwort jetzt so halbschwanger. 😜

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  • Sehr interessante Runde bisher. Meine Frage an Hoobs und rebiger :

    Habt ihr auch Lust hier zu diskutieren? Wollt ihr Daniel vielleicht fragen, ob er nicht auch hier mit diskutieren möchte? Zumindest zu diesem Podcast?

    Finde seine Aussagen interessant und viele gute Ansätze und würde gerne drüber diskutieren.

    Bei der Einschätzung von Daniel zur Qualität der Mannschaft bin ich bei ihm. Für mich fehlt da einiges um eine "Spitzenmannschaft der 2. Liga" zu sein.

    Aber:

    Habe es jetzt bis zum Ende gehört. zB bei der Aussage, beim HSV hätte sich nichts geändert und dann als Beispiel die Entlassung von Titz bringen ist schon "lustig". Gerade, da er am Ende ja auch noch darauf hinweist.

    Zu der Schlussfrage an Daniel sehe ich es so, dass die Leute genervt sind von Daniel, dass eben viele Dinge immer wiederholt werden. Auch wenn sie richtig sind. Permanente Wiederholung nervt halt. Inhaltlich hat er ja auch öfters recht.





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  • Wir haben trainerübergreifend desolate Ergebnisse erzielt (SSV Jahn/Kiel/Darmstadt...) Immer dann, wenn der Gegner einen echten Plan hatte und gegengehalten hat, hatten wir keine Chance.

    Dass wir da oben stehen, ist der Tatsache geschuldet, dass viele Gegner einfach nicht das Tor treffen und wir oft das Glück auf unserer hatten.

    Spielerisch überlegen waren die wenigsten Spiele. Deshalb haben wir auch so wenig Tore. Und dass unsere Mannschaft nicht gefestigt ist, sieht man daran, dass sie auseinanderfallen, wenn der Gegner etwas entgegenzusetzen hat.

    Ich mache da der jüngsten Mannschaft der Liga keine Vorwürfe, glaube aber auch, dass Titz das genauso hinbekommen hätte wie Hollersbach oder wer auch immer.

    Irgendwie scheint das eben auch in den Genen des HSV zu liegen.

    Aber wollen wir tatsächlich nächstes Jahr in der 1. Liga spielen? Von Anfang an gegen den Abstieg kämpfen? Uns über jeden seltenen Punkt mehr freuen müssen als die Bayern sich über einen zweistelligen Sieg gegen uns?

    Ich befürchte schon gegen Köln eine heftige Klatsche (gut, dass ich als im Rheinland Wohnender am Wochenende des Spiels im Urlaub bin)

    Diese Mannschaft sollte nicht aufsteigen,

    sondern noch etwas in Liga 2 reifen - zumal nächste Saison eh der halbe Kader fott ist.

    Insgesamt fühle ich mich als HSV-Fan in dieser Saison so wohl wie seit Jahren nicht.

    Und die 1. Liga kann ich auch ganz unbeschwert genießen.

  • Ich sehe da schon Verbesserungen im Spiel unter Wolf im Vergleich zu Titz. Aber man kann eh nur spekulieren, ob es unter Titz besser, schlechter oder gleich wäre...

    wenn es nach mir geht, würde ich ein weiteres Jahr in der 2. Liga vorziehen. Die wirtschaftlichen Zwänge sprechen aber dagegen... Ich bin weiter davon überzeugt, dass wir direkt als Tabellenzweiter aufsteigen werden. Spiele in Köln und in Berlin werden einfacher. Ich bleibe auch weiter dabei, dass die Mannschaft in der Breite nicht die Qualität für eine Spitzenmannschaft hat. Hunt / Mangala / Santso sind die Stütze. Wenn einer ausfällt und die anderen beiden aus dem Spiel genommen werden, ist es schwer zu gewinnen. Siehe gestern so ab Minute 30. nach der taktischen Umstellung bei Darmstadt. Trotzdem waren noch genug Chancen für das dritte Tor da. Und, auch da muss man mal drauf schauen, die Gegentore 2 und 3 waren in meinen Augen haltbar...

    Vorstand ist nur ein Titel. Ich bin hier mit meiner privaten und eigenen Meinung unterwegs.

  • Dass es richtiger gewesen wäre, einen Aufstiegsanspruch vor Saisonbeginn offensiv zu formulieren, wie Daniel meint, und das Hoffmanns Aussage die Spieler zur Selbstgefälligkeit verleite, bzw. damit ein Alibi für mangelnde Leistungsbereitschaft liefert, ist nichts als eine Behauptung. Sie hat den Vorteil, dass sie zwar schlüssig und nach großer Expertise klingt, allein sie kann niemals zweifelsfrei belegt werden. Bestenfalls könnte man Leistungen aus der Vergangenheit bemühen, die dies zu belegen scheinen. Das Problem dabei ist, dass personell viele der damalig beteiligten Spieler gar nicht mehr beim HSV sind! Ein Erklärungsversuch, der sich hier historisch zu legitimieren versucht, stößt allein deswegen daher methodisch bereits an unüberwindbare Grenzen. Die Aussage von Hoffmann kann man kritisch sehen, aber die daraus abgeleiteten Behauptung ist m.E. einseitig und vorschnell. Sie behauptet letztlich Monokausalität, wo Differenzierung gefragt wäre.

    Die Leistungen der aktuelle Mannschaft sind multifaktoriell beeinflusst und eben nicht nur monokausale Einstellungssache. Natürlich gibt es sehr wohl historische Überschneidungen, da bspw. Holtby, Lasogga und Douglas Santos auch bereits unter früheren Trainern gespielt haben. Ein (weiterer) Grund für das schwankende Leistungsbild ist m.E., dass die aktuelle Mannschaft praktisch keinen Spieler enthält, der erkennbar klaren Führungsanspruch hat. Die Last ist auf viele Schultern verteilt und man ist durchweg lieb und nett zu einander. Hunt und Santos sind auf dem Platz eher introvertrierte Typen, Holtby ist eher der Spieler, der in einer funktionierenden Truppe zur Geltung kommt, nicht der dominante Spieler, der notfalls das Spiel an sich und herumreißt. Aus der Abhängigkeit von Lasogga als Haupttorlieferant ergeben sich zudem gewisse taktische Folgerungen. Diese gehen tatsächlich historisch auf den Anspruch des HSV zurück, sein Spiel in jedem Fall spielerisch, dominant und über Ballbesitz zu gestalten. Etathöhe hin oder her - das ändert nichts daran, dass der HSV mit vielen unfertigen, jungen Spielern aktuell auftritt. Die veränderte Altersstruktur muss also ebenfalls berücksichtigt werden und manches mehr.

    Ich bin insofern bei Daniel, dass aufgrund der immer noch hohen Ausgaben eingefordert werden muss, dass die Truppe aufsteigt. In der Sache selbst, der Bewertung der Leistung gegen D98, bin ich näher bei Hoobs.

    Die Behauptung, der HSV sei auf den Außenbahnen anfällig, zeigt einmal mehr, was von Daniel nicht verstanden wird, nicht was tatsächlich ist. Die angebliche Anfälligkeit über außen ergibt sich schon daraus, dass insbesondere mit Doppel-Sechs im 4-2-3-1 das Zentrum meist geschlossen bleibt und das Spiel des Gegners offenbar gewollt auch durch das Anlaufverhalten nach außen gelenkt wird. Der kürzeste Weg zum Tor geht nun einmal über das Zentrum und so viele Gegentore über die Mitte hat der HSV ja nicht kassiert. Es wird aber niemals zu verhindern sein, dass man sowohl das Zentum als auch beide Außenbahnen gleichzeitig schließt, insbesondere dann nicht, wenn man ballorientiert verschiebt! Wenn ein Flügel defensiv anfällig war, dann eher der rechte als der linke aus meiner Sicht. Das liegt auch daran, dass beide Außenverteidiger unter Wolf gewöhnlich nach innen schieben (s.o. Zentrum) und Sakai nicht die Klasse eines Douglas Santos hat. Dass sich auch links gewisse Lücken gelegentlich auftun, ergibt sich aus der Tatsache, dass Wolf Douglas Santos in Abwesenheit von Hunt neben Mangala als heimlichen Playmaker benötigt. Hier zu einer spielstärkeren und zugleich ausbalancierteren Formation zu kommen, erscheint mit dem aktuellen Kader trotz der immer noch hohen Etatausgaben nur schwer möglich. Mit "so funktioniert Leistungssport!" hat das alles am Ende wenig zu tun. Mich erinnert das an Favres Aussage: Wer über Fußball redet, zeigt nicht nur, was er alles weiß, sondern zugleich auch, was er nicht weiß.

    Um aber nicht missverstanden zu werden: Ich respektiere Daniels Meinung, teile sogar ausdrücklich manche seiner Kritikpunkte am HSV der letzten Jahre, sowie auch am aktuellen Geschäftsgebahren des Clubs als gut und sauber recherchiert und wohl begründet. Nur seinen sportfachlichen Bewertungen fehlt es erkennbar an Kompetenz. Sorry!

  • Danke für diese Folge. Ich freue mich, dass Daniel als „Special Guest“ mit dabei ist.

    Auch, wenn Hoobs das anders sieht, bin ich grundsätzlich voll auf Daniels Seite.

    1. Zielformulierung / Anspruch: Als Titz gehen musste, wurde von Becker gesagt, dass man die Befürchtung hat, die sportlichen Ziele nicht zu erreichen (so ähnlich zumindest). Da habe ich zum ersten Mal gemerkt, dass man eventuell doch den Anspruch hat, sofort wieder aufzusteigen. Dann war Druck da und die folgenden Spiele wurden gewonnen. Dann war man eine ganze Zeit lang Erster und zum Jahreswechsel war der Druck raus... und dann wurde nur noch das notwendigste investiert... man war ja Erster. Erst, wenn wieder richtig Druck vorhanden ist, wird wieder performt.

    2. Holtby: Unterschreibe ich Daniels Meinung komplett. Holtby saß jetzt oft genug auf der Bank um zu merken, dass er keinen positiven Effekt auf das Spiel des HSV bringt.

    Über Daniel habe ich an anderer Stelle schon geschrieben. Ich schätze seine Meinung sehr. Gerade weil er immer sehr sachlich argumentiert und neben den ganzen „Hofberichterstattern“ auch das negative berichtet. Er hat ja auch recht, wenn er sagt, er berichtet hauptsächlich das negative, weil mehr Dinge beim HSV negativ sind, als positiv.

  • Nachtrag: gestern bin ich nach ca. 20 Minuten ausgestiegen, weil es in meinen Augen immer oberflächlicher wurde. Nun höre ich gerade den Rest. Mir fällt auf, dass vor allem von Daniel eine unbelegte Behauptung an die andere gereiht wird. Im Kern fußt jede seiner Behauptungen auf dem einen, offenbar seinem einzigen Ausgangsbefund: Ja, der HSV hat schwere Fehler in der Vergangenheit gemacht. Das trifft zu, und er hat das sauber recherchiert. Alles Aktuelle wird dann jedoch darauf aufbauend auf falsche Zielsetzungen und falsche Einstellung zurückgeführt. Das soll wohl seine Expertise belegen, denn es wirkt oberflächlich betrachtet ja auch schlüssig.


    Auffällig für mich ist aber, dass die Worte "Taktik" und "taktische Maßnahmen/Veränderungen" sowohl der Gegner als auch von Titz oder Wolf nur ein einziges Mal erwähnt werden, ohne dass genauer formuliert wird, was genau damit gemeint ist und welche Konsequenzen das dann hatte/hat. Exakt so, als spielte dies im Grunde keine Rolle! Stattdessen wird sich an einzelnen Spielern abgearbeitet, im Falle u.a. Holtbys anhand einseitig und subjektiv ausgewählter Beobachtungen (ich bin da bei Hoobs). Natürlich darf man jeden Spieler, auch Holtby, Sakai, Narey oder Douglas Santos kritisieren. Wenn aber jeglicher Kontext ihrer Leistungen, die Abhängigkeit vom Gegnerverhalten und dem Verhalten der Mitspieler vollkommen unterschlagen wird, wird es für mich ärgerlich.


    Alles und jedes wird im Grunde in die eine Narration vom inkompetenten HSV, dem HSV als angeblicher Wohlfühloase gepresst. Dass Spieler andernorts bessere Leistungen vor ihrem Engagement beim HSV und nach ihrem Abgang gebracht haben, müsste, das ist die logische Schlussfolgerung, dann darauf beruhen, dass sie andernorts mehr (!) Leistungsdruck bekommen, man sich dort nicht so schnell zufrieden gibt. Und hier wird dann schnell offensichtlich, wie unplausibel und wenig schlüssig die ganze Argumentationskette tatsächlich ist.


    Leistungssport, das hat Daniel völlig richtig erkannt, beruht wie das Wort schon sagt, auf (Spitzen-)Leistung, die angestrebt und eingefordert werden muss. Aber die Analyse, das Trainieren und Abrufen im Wettkampf, fußt auf vielen, vielen kleineren und größeren Faktoren, die differenziert und gewichtet bewertet werden müssen.


    Die Behauptung einer arroganten Mannschaftsleistung etwa unterstellt unbewusst, das Team sei EIN Organismus mit EINER Einstellung, einer Motivationslage oder einem Charakter. Tatsächlich aber sind es höchst unterschiedliche Menschen mit je individueller Persönlichkeit, die im Mannschaftssport auch abhängig vom Verhalten der Nebenleute sind. Wenn nur zwei, drei Spieler instinktiv (aus welchen Gründen auch immer!) ab dem 2:0 defensiver zu spielen beginnen und sich nicht mehr am kollektiven Gegenpressing beteiligen, sinken sofort signifikant die Chancen, die s.g. 2. Bälle zu erobern. Als Reaktion darauf tendieren dann weitere Spieler dazu, sich defensiver zu verhalten. Im Gesamtbild bricht dann das eigene Gegenpressing zusammen und das Team erscheint eventuell "satt" und "arrogant" zu sein. Es scheint dem Betrachter von außen so! Man darf doch aber nicht so tun, als hätten die Maßnahmen des Gegners gar keine Auswirkungen! Grammozis hat in der 32. Minute Stark gebracht und Mangala systematisch stören lassen. Exakt ab diesem Zeitpunkt war Sand im Getriebe. Wer das komplett zugunsten seiner eigenen monokausalen Narration unterschlägt, der muss sich selbst den Vorwurf der Arroganz und auch der mangelhaften Sachkunde gefallen lassen.


    Natürlich darf und muss man vom Team einfordern, dass sie in den Zweikämpfen entschlossen dagegen halten! Aber die Zweikämpfe gingen auch deswegen verloren, weil man spätestens ab der 32. Minute deutlich weniger personelle Überzahl in Ballnähe erzeugte als in den ersten 15-20 Minuten, nicht weil jeder Spieler plötzlich leichtfertig die Bälle abgeschenkt hat. Hier fehlte, behaupte nun wiederum ich, der sattelfeste Plan B, um auf das zunehmend aggressivere Pressing der Darmstädter reagieren zu können.


    Positiv formuliert könnte man sagen: Lässt man den HSV unter Wolf spielen, dann fallen 1.) weniger Gegentore direkt durch die Mitte, 2.) wirken die Spielzüge und Abläufe zunehmend flüssiger, auch wenn das unbestreitbar nicht das ganz große Kino ist.

    Negativ formuliert: Stört der Gegner konsequent den Spielaufbau und die wichtigsten Schaltstationen (Mangala, Douglas Santos), reagiert das Team wie bereits unter Titz anfällig und ist zu sehr von Lasogga als Vollstrecker abhängig.


    Wolf hat aber Recht: D98 profitierte von einem schweren Stellungsfehler, einem Standard und einer Kontersituation. Die Mehrzahl der Chancen lag trotz der über weite Strecken enttäuschenden Leistung beim HSV. Bei allem verständlichen Ärger sollte auch dies nicht übersehen werden.

  • Nachtrag: gestern bin ich nach ca. 20 Minuten ausgestiegen, weil es in meinen Augen immer oberflächlicher wurde. Nun höre ich gerade den Rest. Mir fällt auf, dass vor allem von Daniel eine unbelegte Behauptung an die andere gereiht wird. Im Kern fußt jede seiner Behauptungen auf dem einen, offenbar seinem einzigen Ausgangsbefund: Ja, der HSV hat schwere Fehler in der Vergangenheit gemacht. Das trifft zu, und er hat das sauber recherchiert. Alles Aktuelle wird dann jedoch darauf aufbauend auf falsche Zielsetzungen und falsche Einstellung zurückgeführt. Das soll wohl seine Expertise belegen, denn es wirkt oberflächlich betrachtet ja auch schlüssig.

    Das kennt man ja schon, deswegen habe ich die Folge auch gar nicht erst gestartet. War auch sehr überrascht/enttäuscht, dass er zu Gast war.

  • Nicht sehr fair

    Ich kann die Entscheidung verstehen, wenn man Daniel nicht mehr lesen und zuhören mag. Die Art der „Berichterstattung“ ist schon sehr einseitig. Ja, er hatte mit vielen Recht. Aber auch lag er mindestens genauso oft daneben. Und er Ton ist schon sehr speziell. Dazu eben sein „Freund“ Uli Hetsch aka Gurkengravesen...

    Vorstand ist nur ein Titel. Ich bin hier mit meiner privaten und eigenen Meinung unterwegs.

  • Nicht sehr fair

    Ich vermute, Du meinst das anders. Aber In der Tat ist es von einem Journalisten nicht fair, etwas über den HSV in den Raum zu stellen, was weder sportfachlich sachkundig ist, noch den überprüfbaren Tatsachen entspricht.

    Die Leistungen der aktuellen Mannschaft werden hier im Wesentlichen einzig auf die Behauptung falscher da zu niedriger Zielsetzung und der von ihm fantasierten Wohlfühloase HSV zurückgeführt. Dabei wird eine, eine einzige Aussage (!) von Hoffmann als Beleg angeführt, die man kritisieren kann, aber auch anders interpretieren könnte.


    Überpüfbare Tatsache ist, dass die vermeintlich letzte große Mannschaft des HSV (u.a. Jarolim, Petric, Guerrero, Trochowski und Co) in Erwartung des Erreichens der CL zusammengestellt und auch entsprechend bezaht worden ist. Wie wir alle wissen, hat das damalige Team mehrere Male hintereinander das Saisonziel nach unten klar verfehlt. Der Vorwurf der maßlosen Überbezahlung dieser Spieler, der viel zu hohen Ausgaben, war ja völlig berechtigt. Und nicht zuletzt von Daniel wurde dies korrekt dargestellt.

    Überprüfbare Tatsache ist auch, dass vor keiner(!) der Spielzeiten, die am Ende jeweils über die Relegation gerettet wurden, jemals ein Verantwortlicher des HSV als Saisonziel formuliert hat, man wäre bereits zufrieden, wenn der Klassenerhalt gerade so über die Nachspielzeit der Relegation gelänge. Auch hier lagen die Saisonziele zwar deutlich niedriger als in den Jahren zuvor, aber dennoch höher als das am Ende tatsächlich Erreichte.

    Aktuell liegt die Mannschaft auf Platz 2, einem direkten Aufstiegsplatz. Sie befndet sich, ob man die spielerischen Leistungen nun befriedigend findet oder nicht, INNERHALB des vor der Saison angetrebten Zielkorridors.

    Daraus ist selbst für sportfachliche Laien in der Summe nur eine logische Schlussfolgerung möglich: Zwischen der tatsächlich am Ende zu bilanzierenden Leistung und dem vorformulierten Leistungsanspruch, dem ausgegebenen Saisonziel, besteht zwar eine Korrelation, aber eben KEIN starker kausaler Zusammenhang, wie er hier von Daniel behauptet wird. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der jahrelange Vorwurf, der arrogante HSV schätze sich höher ein als es tatsächlich berechtigt sei, hier nun unvermittelt in sein exaktes Gegenteil umgekehrt wird: zu lasch und zu wenig fordernd.


    Ebenfalls für überprüfbare Tatsache halte ich, dass sich eine ganze Reihe von Spielern keineswegs beim HSV "wohlgefühlt" haben, und zwar auch weil 1.) die Mannschaften keineswegs immer intakt waren, obwohl dies nach außen natürlich durchweg behauptet wurde; 2.) der (mediale) Druck ungleich höher ist als bei anderen Vereinen.

    Bereits daraus folgt, dass das hier von Daniel mit lautester Posaune vorgetragene Erklärungsmodell, die Wohlfühloase mit zu niedrigem Anspruch, bereits an den historisch nachprüfbaren Fakten scheitert, scheitern muss! Es ist schlicht bereits faktisch fehlerhaft. Von dem methodischen Offenbarungseid der hier ungewollt abgelegt wird, ganz zu schweigen. Mit anderen Worten: Die erste Hürde des Plausibiltättests, der Faktencheck, wird bereits grandios gerissen.


    Nicht fair ist ebenfalls, wenn er exakt EINE strittige Aussage von Hoffmann als vermeintlichen Beleg seiner These anführt, die man auch anders interpretieren kann. Denn als reine Selbstauskunft verstanden könnte man daraus auch entnehmen, wie sehr der HSV tatsächlich auf den Wiederaufstieg angewiesen ist, obwohl man nach außen z.T. anderes kommuniziert. Exakt nach dem gleichen Strickmuster geht er übrigens bei der Bewertung Holtbys vor. Bestimmte Beobachtungen, deren Wahrheitsgehalt ich keineswegs bestreiten will!, werden zu einer, seiner" Story" montiert, andere Tatsachen, die da nicht hineinpassen - Hoobs weisst ihn ausdrücklich darauf hin! - werden verschwiegen oder ignoriert. Unterschwellig erweckt er den Eindruck, Spieler seien beim HSV bereits zufrieden und satt, weil sie traditionell überbezahlt seien und zu wenig von ihnen gefordert würde. Das zeigt ein erstaunlich simplifizierendes, holzschnittartiges und völlig unsachkundiges Verständnis dessen, wie Zufriedenheit erreicht, woraus Motivation gezogen und wie Leistung erzeugt wird.


    Und weder fair noch sachkundig ist es, wenn man eine ganze Vielzahl von tatsächlich kausal wirksamen Faktoren einfach zugunsten seiner eigenen Geschichte unterschlägt. Als Zuhörer muss mir die Frage daher erlaubt sein: Weiß er es nicht besser, kennt er diese am Ende gar nicht, oder macht er dies absichtlich?


    Fazit: so geht nicht Leistungssport, so geht aber leider zu oft Sportjournalismus.

  • Hi,


    als geborener Hamburger und Eintracht Frankfurt Fan hatte ich es jahrelang schwer, bzw. habe es immer noch schwer mit der Akzeptanz eines HSV-Fans oder eines Hamburgers generell :) im Bezug auf Fussball,


    Deswegen schreibe ich hier auch mal als nicht direkt Betroffener. Den Podcast höre ich manchmal auch.


    Der HSV hat ja aus den Erfolgen in den Achtzigern eine Attitüde entwickelt die dem Verein zu scheinbar schadet. In den letzten Jahren war ja schön zu sehen, dass in den Momenten wo es gerade besser zu werden schien, man sich nach oben orientierte, genau das Gegenteil passiert. 15/16 wird man 10ter unter Labbadia, mit Ach und Krach, der Anspruch für die nächste Saison ist dann aber Europa. Diese Situationen gab es oft, auch während einer Saison.


    Jetzt wirkte es zum ersten Mal seit jahren so als ob durch den Abstieg man etwas demütiger an die Situation rangeht, die Gegner respektiert, man inhaltlicher über den Fussball diskutiert. Wolf und Hoffmann stehen dafür finde ich. Doch jetzt wo der Aufstieg näher rückt und man sich sicherer fühlt kehrt diese Arroganz sofort wieder.

    Ich war gegen Darmstadt im Stadion, ich spreche hier bei dieser Betrachtung auch von dem Umfeld, ich kann mir fast nicht vorstellen dass das Team es auch so wahrnimmt, aber die Niederlage scheint ja dafür zu sprechen.

    Dabei geht es um kleine Details. Drei mal als Bsp. von dem Nachmittag die mir einfallen.


    Bei der Vorstellung des Gegners wird sich über den komplizierten Namen des Ersatztorwarts lustig gemacht, nicht schlimm, wenn ich aber vor 55.000 eine Stadionshow mache bereite ich mich vor. Ist dann auch der nötige Respekt vor dem Gegner. Und nicht vermitteln, da kommt jemand aus Darmstadt, ist eh ne hässliche Stadt die mich null interessiert. Auch die Diskussion von Unions Niederlage bei Berlin, dem wichtigsten Konkurrenten wurde eher als uninteressiert zur Kenntnis genommen. Dabei geht es doch vermutlich genau gegen diesen Gegner um Platz 2.


    Dann wird über die Tore von Sandhausen so extrem gejubelt. Da finde ich auch, Freude ist angebracht, dann aber gemässigter da St. Pauli um den Aufstieg ja auch kein direkter Konkurrent mehr sein wird. Als "Unbeteiligter" denkste auch nur, kümmert euch erst mal um euren Krams hier auf dem Platz.


    Und dann auch z.B. mein Sitznachbar, der klassische HSV Fan. Zur Halbzeit als die Aussage kam, das Köln spielt wird verlegt meinte er, "das ist gut für uns" dann sind wir Tabellenführer. Ich meinte dann, eher schlecht wenn Köln in einem späteren Spiel noch reagieren kann und das Spiel hier ist doch noch gar nicht zu Ende, der HSV hat seit Minute 18 nicht mehr aufs Tor geschossen, da braucht doch nur der Anschlusstreffer fallen. Reaktion war irgendwie keine Antwort - war eher so als ob ne SIcherung durchbrennt und er nicht versteht was ich meine.


    Ich finde in diesen kleinen Szenen steckt viel, was den HSV aktuell ausmacht. - ich beschäftige mich wenig mit dem Gegner, vor allen Dingen nicht inhaltlich, bringe auch nur mäßig Respekt rüber und erkenne auch Tendenzen, wie hier z.B. den Speilverlauf überhaupt nicht an und schaue nur auf die Tore.

    Hoobs spricht ja auch z.B. über Darmstadt als schlechtestes Auswärtsteam, diese Betrachtung reicht eben nicht, mit dem neuen Trainer Grammozis hat Darmstadt auch versucht mehr spieleriisch zu lösen, von den letzten 4 Spielen haben die jetzt 3 gewonnen. Das Team war/ist aktuell also gut in Form.

    Beschäftigt euch doch mal mehr mit dem Gegner.


    Die Einzigen die es zu machen scheinen sind die Trainer. War in dem Einspieler im Stadion ja auch zu sehen. Die haben es schon so erkannt was Darmstadt Aber die Einstellung der Stadt scheint die Mannschaft dann doch zu übermannen.


    Bisschen wirr vielleicht, aber ich hoffe der Einblick von Aussen war mal ganz interessant. Ihr sprecht ja auch oft über die Einstellung und wieso vieles beim HSV nicht zu klappen scheint. Ich fand vieles an diesem Besuch im Stadion irgendwie provinziell. Wie gesagt, passt zum Verein, passt zur 2 Liga, passt eher nicht zur Stadt.


    Davon abgesehen, mit Bates und Janjicic und Van Drongelen bi n ich noch nicht sicher brauchste nicht gegen Haverts, Brandt und Bailey spielen. Und auch nicht gegen Onisiwo und Quaison...usw...


    Ich bleibe gespannt wie es weiter geht.

    Nächste Gegner Bochum. Da mal genauer drauf schauen bitte. :)